Rückblick auf die Prince George Birthday Party am 22. Juli 2026 im Café Ministerium
(Fotos: © Wolfgang Geißler, John Morris und Wolfgang Menth-Chiari)
Von Wolfgang Geißler
Zum vierzehnten Mal feierten wir den Geburtstag eines Prinzen, der erst dreizehn Jahre alt ist. Nein, wir haben uns nicht verzählt. Wir begannen bereits im Jahr seiner Geburt und sind ihm daher seit damals immer eine Feier voraus.
Prinz George wurde am 22. Juli 2013 geboren. Vier Tage später, am 26. Juli, wurde erstmals auf den neugeborenen Prinzen angestoßen. Damals entstand gemeinsam mit Willi Opitz auch die Idee eines eigenen „Prince George Cuvée“. Seither wird jedes Jahr ein neuer Jahrgang kreiert. 2026 feierten wir daher Georges 13. Geburtstag, aber bereits die 14. Auflage unserer inzwischen traditionellen Prince George Birthday Party.
Diesmal hielt das Wetter. Kein starker Wind trieb uns ins Innere des Café Ministerium, kein Gewitterregen unterbrach das Programm. So konnten wir den Abend wieder dort verbringen, wo diese Feier am schönsten ist: im Schanigarten am Georg-Coch-Platz.
Die Herren erschienen überwiegend im dunklen Anzug, der eine oder andere auch mit Hut. Bei den Damen bot sich das vertraute farbenfrohe Bild aus langen Kleidern, Hüten, Fascinators und anderen eleganten Kopfbedeckungen. Ascot ließ tatsächlich grüßen.
Unser Präsident, Prof. Dr. Kurt Tiroch, hieß die Gäste willkommen und erklärte gleich zu Beginn noch einmal, warum wir bereits zum vierzehnten Mal feierten:
„Warum machen wir das vierzehnmal? Weil wir es bei der Geburt auch schon gemacht haben.“
So einfach ist das.
Der Präsident gab anschließend einen kurzen Überblick über das Programm. Neben dem Horoskop für das neue Lebensjahr des Prinzen wartete wieder unsere alljährliche Aufgabe: Aus drei Weinen von Willi Opitz sollte der Prince George Cuvée 2026 entstehen.
Was die Sterne sagen
Zunächst aber war unsere royale Haus- und Hofastrologin Mag. Eva Vaskovich-Fidelsberger an der Reihe.
Dass Prinz George ein Krebs ist, wissen inzwischen wohl die meisten regelmäßigen Besucher unserer Geburtstagsfeier. Eva erinnerte uns jedoch daran, dass sich in seinem Horoskop nicht nur die Sonne, sondern auch Merkur, Mars und Jupiter im Krebs befinden. Nach ihrer Deutung macht ihn das besonders gefühlsbetont, sensibel und auch verletzlich.
Ganz wehrlos sei er den Herausforderungen seines Lebens allerdings nicht ausgeliefert. Sein Skorpion-Aszendent gebe ihm Härte, Ehrgeiz und Durchsetzungskraft. Mond und Pluto im Steinbock sorgten zusätzlich für Realismus und Pflichtbewusstsein. Diese Eigenschaften werde er brauchen, denn das Leben eines künftigen Königs werde nicht immer einfach sein.
Auch bei der späteren Wahl seiner Partnerin werde George sehr genau prüfen, bevor er sich binde. Seine Venus stehe in der Jungfrau, was laut Eva auf einen ausgesprochen wählerischen jungen Mann schließen lasse. An Möglichkeiten werde es dem „Charming Boy“, wie sie ihn nannte, vermutlich nicht fehlen.
Als Monarch werde er traditionsbewusst sein, ohne Veränderungen grundsätzlich abzulehnen. Besonders beschäftigte Eva jedoch der von ihr angesprochene bevorstehende Wechsel nach Eton. Die Trennung von seinem bisherigen Umfeld und seinen Freunden werde ihm nicht leichtfallen. George schließe enge Freundschaften und tue sich schwer, Vertrautes zurückzulassen.
Dennoch werde er auch diese Hürde bewältigen. Sein Ehrgeiz, sein Pflichtgefühl und sein Skorpion-Aszendent würden ihm dabei helfen. Er wolle seinem Vater und seiner Familie beweisen, dass er eines Tages der Aufgabe eines Königs gewachsen sein werde.
Damit war auch geklärt, dass wir den Wein nicht umsonst produzieren.
Reiner Wein und die Cuvée 2026
Nach Evas Blick in die Sterne übernahm Willi Opitz, unser englischer Burgenländer oder burgenländischer Engländer, wie ihn der Präsident bezeichnete.
Willi stellte sich jenen Gästen, die ihn noch nicht kannten, in der ihm eigenen Art vor:
„Ich bin gekommen, um reinen Wein einzuschenken.“
Aus drei kräftigen Rotweinen des Jahrgangs 2024 sollte wieder ein Cuvée entstehen. Die Rebsorten blieben zunächst geheim. Jeder Gast durfte die drei Weine verkosten und danach angeben, in welchem Verhältnis sie seiner Meinung nach gemischt werden sollten. Aus allen Vorschlägen wurde schließlich das arithmetische Mittel errechnet.
Nun wurden auch die Speisen gereicht. Den Anfang machte eine kalte Gurkensuppe, die bei diesem Wetter wesentlich besser passte als die vom Präsidenten scherzhaft angekündigte heiße Suppe. Während gegessen wurde, begann im Séparée die Weinverkostung. Weitere Speisen und Getränke folgten im Laufe des Abends.
Für Willi ist ein Cuvée nicht bloß eine Mischung verschiedener Weine. Er sieht darin auch ein Sinnbild für das Zusammenleben der Menschen:
„Wir haben eine Kugel. Wir müssen uns arrangieren.“
Im Café Ministerium gelang dieses Arrangement jedenfalls.
Nach der Verkostung und Auswertung stand das Ergebnis fest:
69 Prozent Wein Nummer eins,
13 Prozent Wein Nummer zwei und
18 Prozent Wein Nummer drei.
Noch kannte niemand die Rebsorten. Unter reger Beteiligung der Gäste wurden die drei Weine in den errechneten Mengen zusammengegossen. Freiwillige Helfer unterstützten Willi dabei, wobei über Mengen, Messzylinder und Rechenwege lebhaft diskutiert wurde.
Das Publikum erwies sich als ausgesprochen aufmerksam. Willi stellte anerkennend fest, dass die Österreichisch-Britische Gesellschaft eine seriöse Gesellschaft sei:
„No smoke and mirrors.“
Dann wurde das Geheimnis gelüftet:
69 Prozent Blaufränkisch,
13 Prozent Cabernet Sauvignon und
18 Prozent Merlot.
Der Blaufränkisch war der eindeutige Sieger der Verkostung. Der Cabernet Sauvignon verlieh dem Cuvée, wie Willi erklärte, den „internationalen Touch“. Der Merlot hatte die Aufgabe des „Weichmachers, Volumenbringers und Gaumenschmeichlers“.
69–13–18 lautet damit die Zahlenfolge des Prince George Cuvée 2026.
Musik, Tanz und „To the Prince!“
Für die Musik sorgten diesmal Lia & Rob. Viele werden sich an ihre erste Vorstellung bei unserer Weihnachtsfeier im vergangenen Jahr erinnern. Schon damals hatten sie uns gefallen. Diesmal waren sie wirklich großartig.
Da im öffentlichen Raum gewisse AKM-Regeln zu beachten sind, spielten und sangen sie hauptsächlich im Inneren des Café Ministerium. Das tat der Stimmung keinerlei Abbruch. Es wurde nicht nur zugehört, sondern auch getanzt.
Dann kam jener Augenblick, der bei keiner Prince George Birthday Party fehlen darf. Der Präsident rief die Gäste zusammen, denn unser gemeinsamer Ruf musste – wie jedes Jahr – zunächst geprobt werden.
Der erste Versuch war noch nicht ganz überzeugend. Also gleich noch einmal.
Dann erschallte es laut und deutlich über den Georg-Coch-Platz:
„To the Prince!“
Ob diesmal wieder Tauben erschrocken aufflogen, konnte ich nicht feststellen. Bis hinüber zur Ringstraße dürfte unser „To the Prince!“ jedenfalls zu hören gewesen sein.
Danach ging der Abend in seinen gemütlichen Teil über. Lia & Rob spielten weiter, die Gespräche wurden lebhafter, und getanzt wurde ebenfalls. Ihr gelungener erster Auftritt bei unserer Weihnachtsfeier war also keineswegs ein Zufall gewesen.
070 John Bond
Für zusätzliche Erinnerungen an diesen Abend sorgte John Morris, M.A., Executive English Trainer, freier Journalist und Umweltschützer. John ist zwar kein Mitglied der ABS, uns aber seit langem bekannt. Er stellte uns freundlicherweise mehr als hundert weitere Fotos zur Verfügung.
Auf meinen eigenen Bildern ist John standesgemäß im Dinner Jacket zu sehen. Da er unlängst seinen 70. Geburtstag gefeiert hatte, änderte er für diesen Anlass kurzerhand seinen Namen:
070 John Bond.
Der Jüngling!
Als Lia & Rob weiterspielten und noch immer getanzt wurde, war aus dem offiziellen Programm längst ein heiterer Sommerabend geworden.
Damit war der 13. Geburtstag des Prinzen gebührend gefeiert, der 14. Cuvée gemischt und die Ringstraße über unser „To the Prince!“ informiert.
Was will man mehr?
Bis zum nächsten Jahr!
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